____ aktuelles
unser aktueller Termin
25.08.2010 Amigas & Wirtschaftsweiber - gemeinsames Grillen
Grillen bei Sabine Avenhaus, Filmdekor, Venloer Straße 525, 50825 Köln
09.08.2010 Amigas & die GayGames
Unternehmen Athletin
Amigas NRW e.V. sahnen bei den Gay Games 2010 ab
Selbstständige, das sind doch so unsportive Tastatureulen, die ihr Trackpad nicht vom Lauftrack unterscheiden können? Ha, von wegen! Lesbische Unternehmerinnen sind Sportskanonen ersten Ranges voller Durchhaltevermögen, Kraft und Körperbeherrschung – wie sich bei den in Köln stattfindenden VIII. Gay Games eindrucksvoll bewiesen hat.
Gegen die internationale Konkurrenz tausender Teilnehmerinnen, oft genug Profisportlerinnen, die häufig unterschiedslos gegen die Amateurinnen antraten, setzten sich die Athletinnen aus den Reihen der Amigas, des Netzwerks lesbischer Selbstständiger, stetig durch und räumten ab.
Und wie! Gold- Silber- und Bronzemedaillen zieren stolzgeschwellte Amigas-Polohemden in den vielfältigsten Disziplinen, vom Pooltisch übers Tanzparkett bis hin zu den holländischen Seglerseen. Kostprobe unserer plakettengeadelten Mitfrauen: Bei den zwei Disziplinen des Pool-Billard holten Sabine Avenhaus und Cornelia Möller jeweils Gold/Silber und Silber/Bronze, Gold gab es auch für Birgit Reimerdes beim Hammerwerfen, Silber erreichten auch Karen Laß und Partnerin beim Standardtanz sowie Anni Hausladen und Team beim Segeln.
Die Wettkampfsituation unter dem stürmischen Jubel der Fangirls und den frenetischen Anfeuerungsrufen der Community brachte offenbar unglaubliche Reserven zum Vorschein: Im beliebten 5-km-Lauf gelangen Sue Appleton, Renate Müller, Ulrike Rolf und Kerstin Smend respektable Platzierungen unter den 500 (!) Mitläufern, Stephanie Martin erradelte sich einen tollen 10. Platz (von 250) beim 10-km-Radrennen, und es gab so einige persönliche Bestleistungen zu bewundern, wie etwa Christiane Zeymers Auszeichnung beim Pool-Billard zeigt.
Dass der Altersschnitt unserer unternehmungslustigen Sportladys gut über der 40 liegt, macht ihre Leistungen noch respekteinflößender – wir sollten bei all dem Siegestaumel nicht vergessen, dass sie fast alle ihr Fitnessmüsli normalerweise tatsächlich vor dem Bildschirm hockend verdienen. Und dann so eine Explosion von sexy Muskelfeminismus … Hut ab, Mädels, inklusive Schweißband und Seglerkäppi!
Diese Siege sind wahrhaftig keine Kleinigkeit. Außer den oft mehrjährigen, zeit- und energieaufwändigen Trainingsvorbereitungen brauchte es vor allem stahlharte Nerven, um sich bis zu den Medaillenrängen vorzukämpfen. Ich selbst fühlte mich beim Billard nachts um halb drei allein beim Zusehen derart geschwächt von der niemals nachlassenden Anspannung und irrsinnige Konzentration über Stunden und Tage, dass ich auf meinem Stühlchen kaum noch mit den Fingern schnippen konnte, als nach mehr als 17 Stunden Wettkampf endlich die erlösende Siegerinnenkugel ins Eckloch kullerte. Wie das wohl erst für die adrenalingepeitschten Finalistinnen war, kann ich anhand der schwarzen Augenschatten nur erahnen – aber dann gleich morgens wieder weiter, mit stählernem Arm zur nächsten Disziplin … uff!
Wie frau gar einen Tag übersteht, an dem die eiserne Beherrschung und flitzebogen-gespannte Körperhaltung auch noch stundenlang von einer unbeschwert strahlenden Miene begleitet werden müssen, können uns wohl nur unsere (wunderhübsch anzuschauenden) Tänzerinnen sagen. Wahnsinn!
Und wenn unsere lieben Mitfrauen nicht bei all der Aufregung, dem Lampenfieber und Stress auch noch sichtlich Spaß wie Frau Bolle gehabt hätten, wäre meine Hochachtung glatt in Sorge umgeschlagen. Aber egal, wie ihr Einsatz ausging, in einem waren sich sämtliche Athletinnen dann bei der Abschlussfeier zur Dirty-Dancing-Schnulze Time of My Life einig: Being part of it war die beste Erfahrung des jungen Jahrhunderts!
Und so treffen wir uns wohl alle nächstes Jahr bei den Euro Games in Rotterdam wieder. Ich werd auch hinfahren – und wenn nur, um als Spielerinnenfrau am Bouleplatzrand schwach zu werden :-)
Susanne Lück, Amigas NRW e.V.
